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Home  /  Allgemein   /  Ein Fall von Voodoo – Zu Donald Trumps Rede bei seiner Amtseinführung

Ein Fall von Voodoo – Zu Donald Trumps Rede bei seiner Amtseinführung

Mit Mühe bringt Trump es zu Beginn der Rede zu einem erheischenden Wohlwollen mit Dank an Michelle und Barack Obama für ihren Beistand während des Amtsübergangs. Dann aber legt er los und er lässt keinen Zweifel daran, in welche Richtung die Reise geht.

Sein Amtsantritt markiert eine Zäsur. Es sei kein normaler Machtwechsel. Mit ihm als Präsident kehre die Macht zurück zum amerikanischen Volk. Mit diesem Absatz zieht er eine schneidende Trennlinie zwischen sich und den anwesenden Vorgängern. Er konterkariert die Idee der repräsentativen Demokratie mit dem Generalverdacht gegen eine parasitäre politische Klasse, der das Schicksal des Volks herzlich egal gewesen sei. So erhebt er sich zum Vollstrecker der Rachsucht der Mühseligen und Beleidigten. Die Macht habe nur sich selbst geschützt, nicht aber das Volk.

Er erklärt das System der Gewaltenteilung für obsolet. Rhetorisch erhebt er sich selbst zum unmittelbaren Vollstrecker des Volkswillens. Das ist ein Putsch mit Ansage. Der Zynismus ist atemberaubend. Trump beruft sich auf die Vergessenen, wer auch immer das sei, wenngleich er mit diesem Satz ihr Vergessensein nur vollendet. Sie bleiben namenlose Manövriermasse, die er dem eigenen Machtanspruch einverleibt.

Er grundiert den Machtanspruch mit einem Bild von der miserablen Lage von Müttern und Kindern in den Innenstädten der großen Ballungsgebiete. Die Väter kommen nicht vor. Warum? Weil sie in den Gefängnissen verrotten, wegen Bagatelldelikten zu absurd hohen Strafen verurteilt? Donald J. Trump erhebt sich selbst zum Daddy, zum obersten Bock und Beschäler der Nation. Sein Mitleid überdeckt die patriarchale sexistische Selbstüberhöhung. Die verrostenden Fabriken im Mittleren Westen erklärt er zum nationalen Mahnmal. Die Grabsteine tragen keine Namen. Vergessen die Miner, die Stahl- und Chemiearbeiter. Ihnen folge ein anonymes Arbeitsheer.

Das Bildungssystem sei gescheitert, sagt er, nur wenige Tage, nachdem bekannt wurde, dass seine Regierung die öffentliche Förderung der Künste und der Geisteswissenschaften beendet. So klingt edukative Chuzpe im Quadrat.

Es folgt eine Kampfansage an die internationale Wirtschaft. Ihr Erfolg verdanke sich dem Niedergang der amerikanischen Industrie. Damit wendet er sich an die anwesenden Amtsvorgänger: sie sind in seinen Augen Verräter. Wie kommt er auf die Idee , dass das amerikanische Militär zu kurz gekommen sei, weil die US-Regierung mehr Geld in die Verteidigung anderer Länder gesteckt habe? Weil er mit der Klage implizit eine historisch beispiellose Aufrüstung ankündigt. Das weltoffene Amerika erklärt Trump für beendet. Die Schotten macht er dicht. Protektionismus auf allen Ebenen ist die Devise. Nur was passiert mit den US-Staatsanleihen Chinas und Japans? Wird Trump das eigene Geschäftsmodell auf die Nation übertragen und die amerikanischen Staatsschulden annullieren?

Die Schlusspassage der Rede kündigt ein Blutbad an. Die Träumer in Detroit und in Nebraska, auf die Trump sich beruft, figurieren als Zombies des Amerikanischen Traums. In seiner Suada beruft er sich auf den allmächtigen Schöpfer, als bäte er um Vergebung dafür, dass er sich an die Zerstörung der Welt macht.

Hans Hütt schreibt viel und gut, vor allem Medienkritik für die F.A.Z. Sein Blog anlasslos.de mit Publikationsliste ist hier zu finden.