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Home  /  Allgemein   /  Lagerberichte 2: Ben und Frank im Dialog

Lagerberichte 2: Ben und Frank im Dialog

Auf Schmalbart streiten sich die beiden Münchner Journalisten Frank Zimmer und Ben Krischke wöchentlich über Politik, Populismus, Medien und Lagerdenken. Zimmer sieht sich als linksliberaler Verfassungspatriot, Krischke als moderner Konservativer und Vollblutdemokrat. Heute ist Zimmer dran  – mit einer konkreten Frage an Krischke. (Zum Nachlesen: Hier geht es zum Auftakt von „Lagerberichte“)

Frank Zimmer ist Journalist und unterstützt Schmalbart.

Frank Zimmer ist Journalist und unterstützt Schmalbart. Foto: Thomas Dashuber.

Folge 2: Über echten Populismus und Pseudo-Konservative

Lieber Ben,

das fängt ja gut an. Ich muss schon nach Deinem ersten Text einräumen: Ja, Du hast recht. Es stimmt, dass ich über über Populismus rede und Trump oder AfD meine. Es stimmt auch, dass ich mich hier auf Schmalbart ausschließlich mir Rechtspopulismus beschäftige und Gefahren von links ignoriere. Dazu stehe ich aber. Weil es  in Deutschland keine wachsende linkspopulistische Bewegung gibt, die den gesellschaftlichen Konsens aufkündigt, den Rechtsstaat in Frage stellt und freie Medien in den Dreck ihrer Lügen- und Verschwörungsfantasien zieht.

Aber sobald Katja Kipping Schusswaffengebrauch in Finanzämtern fordert, Bernd Riexinger IHK-Mitglieder als potenzielle Vergewaltiger identifiziert und Sahra Wagenknecht Reihenhausbesitzer in Rheinland-Pfalz enteignen will, ändern sich meine Prioritäten. Versprochen.

Was bedeutet für Dich eigentlich „links“ und „rechts“? Und wo genau siehst Du Dich selbst? „Modern konservativ“ hast Du geschrieben. Konservativ kommt ja von conservare, dem lateinischen Wort für erhalten oder bewahren, speziell: „im Zusammenhang erhalten“. Was willst Du erhalten oder bewahren?

Auch die AfD und ihre Sympathisanten wollen Konservative sein. Ich frage mich, was das für ein Konservativismus sein soll. Björn Höcke, Geert Wilders oder Marine Le Pen wollen ja nicht bewahren, sondern zerstören: den Euro, die Europäische Union,  vielleicht auch den westlichen Parlamentarismus, den sie am liebsten durch eine plebiszitäre Stimmungsdemokratie ersetzten würden.

Bleiben wir bei der EU. Was ist eigentlich konservativ daran, ein jahrzehntelang erfolgreich entwickeltes Kooperations- und Bündnissystem aufzulösen und gegen die nationalromantische Utopie „Europa der Vaterländer“ einzutauschen? Europa der Vaterländer. Geht gut ins Ohr. Aber wie dürfen wir uns das 72 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges vorstellen? Dass Bundeskanzlerin Petry, Präsident Putin, Ministerpräsident Orban und die anderen europäischen Führer an jedem ersten Mittwoch im Monat bei Kaffee und Kuchen über das bisschen International-Gedöns plaudern, das gerade so anliegt?

Kann ich nicht ganz glauben, denn gesunder Menschenverstand und historische Erfahrung lassen eher ein Hauen und Stechen testosterongeladener Egoisten befürchten, gebrochenes Völkerrecht und gewaltsam gezogene neue Grenzen. Hast Du Ukraine gesagt?

Du bist gegen einige wesentliche Dinge in Europa und in Deutschland, glaube ich. („Kritisch hinterfragen“ würdest Du es nennen). Das ist Dein gutes Recht. Aber wofür bist Du?

Frank

Folge 1:  Über Schmalbart, Moralsphären und politische Kampfbegriffe

 

COMMENTS

  • Almut

    REPLY

    Bei der Definition von konservativ vs. zerstörerisch und dem Beispiel Euro habe ich mich gefragt, wie lange etwas in der Welt sein muss, sodass man als Konservativer gilt, wenn man für die Aufrechterhaltung ist, und als Zerstörer, wenn man dagegen ist. Und wie passen eigentlich Schweden und Dänen, die sich bisher erfolgreich gegen die Einführung des Euro gewehrt haben, in diese Einteilung?

    8. März 2017

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